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Zorzor
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12.1.07 - 3.2.07    
 

I.

William Shakespeare, Hamlet 5 Aufzug 1. Szene,

Hamlet: „Hat dieser Kerl kein Gefühl von seinem Geschäft? Er gräbt ein Grab und singt dazu.“

Horatio: „Die Gewohnheit hat es ihm zu einer leichten Sache gemacht.“

Hamlet: „So pflegt es zu sein; je weniger eine Hand verrichtet, desto zarter ist ihr Gefühl.“

 

II.

Emil Cioran, aus Interview:

 „(…)Ich war mit dem Gräber befreundet und (…) Er gab mir Schädel um Football zu spielen, Schädel und Knochen und alles was man sich vorstellen kann. Und alle meine Freunde, alle waren sehr glücklich um da zu spielen in diesem Friedhof mit den Knochen von weiß Gott was, von unseren Vorfahren (…)“

 

III.

Die Presse veröffentlicht drei Jahre alte Fotos deutscher Soldaten mit Totenköpfen während ihrer Friedensmission in Afghanistan. Die Gemüter der Deutschen werden stark erregt.

 

 

 

Oberschicht versus Unterschicht oder tritt den Schädel, kick-skull

 

Diese um drei Jahre veralteten Fotos verursachen heute in unserer medial bestimmten Welt unsere Gemüter. Es entbrennt ein Strohfeuer mit den „großzügigen“ Diskussionen um Unter-, und Oberschicht. Mit prüden und moralisierenden Ton werden die Missetaten der Soldaten verurteilt, und komplett auf eine neu entworfene Unterschicht geschoben.

 

Menschen der Oberschicht, siehe Zitate, beschäftigen sich schon sehr lange mit Schädeln und Gebeinen.

 

Genau diese Gedanken veranlassen Filip Zorzor sich mit den Totenköpfen von Unter- und Oberschicht zu beschäftigen.

In der Ausstellung spielt und richtet er sich um das Zitat des Philosophen und Denkers Emil Cioran, das sich als Schrift zu einem Sinnbild  an der Wand entfaltet.

Im ersten Raum schneidet er aus dem mit Klebefolie bedeckten Fußboden einen kunsthistorisch bekannten Schädel heraus. Auf dem Boden im zweiten Raum greift er das Motiv seriell auf, mit einem Raster aus sich wiederholenden Schädeln.

An den Wänden sind Bilder auf schwarzer synthetischer Folie, als bewusst gesetztes Symbol (Todesräume), auf dem sich seine assoziationsstarke und farblich vielfältige Bildwelt präsentiert. Er nutzt dabei gesicht- und schädelhafte Formen, die er in seine kartographisch wirkenden Bilder einbindet. Die Exponate der Ausstellung werden neben den Malereien von Tuschebildern auf Papier ergänzt.

 

Als ortsbezogene Installation von Boden- zu Papier-Arbeiten, Schrift und Malerei werden

die zwei Räume in der Parkgalerie mit dem Thema Totenschädel zu einem Ganzen verknüpft.