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Zur Ausstellung "Panzerkreuzer trifft Sitting Bull"

Thomas Henikssons großformatige Ölmalerei basiert auf Klassikern der Filmgeschichte,

die den Betrachter zunächst entführen in die gewaltigen Welten Segeij Eisensteins oder Scorseses.

Hat man die Filme nicht abrufbereit, so rufen die Titel dennoch gewichtige Seelenlandschaften ins Gedächtnis

und entführen den Betrachter alsbald gnadenlos in eine kollektiv- mythologische Erinnerung.

Eine Entführung, die Henriksson auf seine eigene elegante Art schafft,

da die Konfrontation mit seinen Bildern das Medium des Films rasch verlassen lässt,

um mit der Exaktheit seiner suggestiven Bildsprache allgemeinere seelische Zustände zu durchwandern.

 Es sind urbane Szenen, die im Spiel der Schatten der Neonlichter,

den Raum für menschliche mythologische Phantasien schafft, denen man sich schwerlich entziehen kann.

 

Im Dialog dazu stehen die Bilder von Matthias Reinmuth.

Sie muten wie eine Aufforderung zum Spiel an:

als ob man einen großen Spielzeugkorb auf einer leeren Fläche ausgeschüttet hätte,

gruppiert er die Bildelemente auf schwebenden, geradezu traumwandlerischen Gründen.

Der Betrachter wird aufgefordert, sich seinen eigenes Spiel zu denken, sich seinen eigenen Raum zu schaffen.

Das Spiel der Farben mutet so leicht und schwebend an wie ein Seiltanzakt:

Mit bewusster Präzision werden auf  transparente Hintergründe mal schablonenhaft anmutende,

mal  expressiv scheinende Klümpchen gesetzt.

Alsbald wird daraus ein Pas-de-deux, der von einem Indianertipi zu einem Baum führt

– an einer glatten geometrischen Form vorbei hin zu einem glänzenden Farbauswuchs, der wieder neue Wege eröffnet.

Das Tänzchen bekommt nun die Geschwindigkeit einer Polka, den  Rhythmus einer Milonga,

den Pathos einer Klaviersonate von Beethoven oder die sphärische Melancholie eines Erik Satie.

Nachdem man schwindelnd durch das  Bild getanzt ist, dabei auch einige Stolpersteine kennen gelernt hat,

steht es immer noch da,  und fügt sich zu einer Einheit zusammen.

 

Wayra Durán Gonzales